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Menschen und´s Ländle

Allzu weite Reisen sind nach wie vor schwierig, aber kleinere Trips zur Familienforschung haben ja auch ihren Reiz … der singuläre Berliner Feiertag am 8. März ermöglichte eine Fahrt nach Schemmerberg. Nein, das muss man nicht kennen, Schemmerberg liegt in Oberschwaben, ist Teil einer nicht unangenehmen, aber etwas langweiligen, kirchlich dominierten Landschaft, seit 1971 Teil der Gemeinde Schemmerhofen im Osten Baden-Württembergs, hat ca. 1200 Einwohner, eine Kirche auf´m Berg, voll katholisch, ein altes, ehemaliges Rathaus und einen reizenden Ortsvorsteher.

Herr Hinsinger hat auf meine Anfrage bei der Gemeinde Schemmerhofen sofort reagiert, sich mit anderen älteren Einwohnern in Verbindung gesetzt und mir bei der Recherche, wann welches Familienmitglied zu- und weggezogen ist, unglaublich geholfen.

Schemmerberg ist ein Dorf, dessen Jugend zu großen Teilen nach Berlin auswandert, dessen Strukturen vor den Augen der Beteiligten verdorren, das in den 50er Jahren nicht genau wissen wollte, woher die Bewohner kommen, was sie während des Krieges getan und nicht getan haben … versehen mit einer prunkvollen Kirche, schwäbischem Wohlstand und kultureller Verwahrlosung. Die verschiedenen Vereine erhalten das dörfliche Leben und leiden, wie überall, unter Nachwuchsmangel.

Das Wappen der ehemaligen Schemmerberger Mühle:

Schemmerberg liegt im Einzugsbereich der Kreisstadt Biberach an der Riß, deutlich freundlicher und lebhafter als die umgebenden Gemeinden, mit einer Art Denkmal als Alleinstellungsmerkmal:

Der Esel von Peter Lenk, angelehnt an eine Geschichte von Christoph Martin Wieland, in der es um einen Esel und seinen Schatten geht. In dem Streit darum wird der Esel in Stücke gerissen … und ist nun als Skulptur fester Bestandteil des Biberacher Marktplatzes.

In Biberach gibt es auch noch andere entzückende Kirch- und Fachwerkbauten:

Der Marktplatz in Biberach

Mal wieder eine Flugreise!

Zur Erholung von der langen Zeit ohne ferne Ziele ging es erstmal mit Ingrid nach Fuerteventura, in einen ebenso ungewohnten wie unheimlich schönen Urlaub in einer Ferienanlage im Süden der Insel. Am Flughafen Frankfurt traurige Bilder, coronabedingt:

Aber: Einmal angekommen in der Ferienanlage, hat der wunderschöne Eingangsbereich uns verschluckt und uns von Samstag bis Freitag, in Ingrids Fall von Samstag bis Samstag, nicht wieder ausgespuckt.

Es war auch zu schön am Strand, wir sind stundenlang spazieren gegangen, haben in der Sonne herumgelegen und es uns in der Anlage und am gesunden Büfett gutgehen lassen.

Direkt vor der Tür war es nicht übertrieben reizvoll:

Ingrid kannte die Insel, aber ich hatte am letzten vollständigen Tag des Aufenthaltes doch den Eindruck, mir ein wenig die Welt außerhalb der Hotelanlage anschauen zu sollen und bin zunächst nach Corralejo gefahren.

Der Charme des Ortes ist genauso spröde, aber von einer reizvollen Morbidität wie die Ausstrahlung der vulkanischen Landschaft drumherum:

Fazit: Es ist gut, die Touristen an Orten zu konzentrieren, an denen sowieso nichts anderes möglich ist als das tolle Klima und die reizarme Umgebung zu genießen.

Schreibwerkstatt in München

Wie im letzten Jahr war ich in der sogenannten großen Sommerwerkstatt, durchgeführt von Jürgen vom Scheidt. Eigentlich kaum zu glauben, dass es aus Altersgründen seine letzte ist, im nächsten Jahr wird sein Sohn Jonas das schwere Erbe antreten.

Julius, Edith & Claudia, die drei schreiben schon lange, auch gemeinsam.

Thomas und Matéka, beide im Film-, Fernseh- und Theaterbereich schon lange etabliert und kreativ

Beate und Ulrike, die beiden haben sich ab und zu gerne von dem offensichtlich sehr guten Rotwein im gemeinsamen Hotel inspirieren lassen, die Methode schien erfolgreich.

Ach ja, ich war auch da, das Bild hat Thomas gemacht.

Eindrücke vom gemeinsamen Ausflug in das Ägyptische Museum.

Skagen

Am nördlichsten Zipfel von Dänemark ist echt was los! Menschenmengen bewegen sich zu dem Punkt, an dem Nord- und Ostsee aufeinandertreffen, Insider sprechen von Skagerak und Kattegat. Landschaft und Wetter prima, Gastronomie und Essen insg. entsprechen meinen (niedrigen) Erwartungen, aber wir sind halt weder in Frankreich noch in Italien.

Von Schweden nach Dänemark

In den deutschen Zeitungen online liest es sich schon wieder schrecklich, hier oben ist es maskenmäßig und auch sonst total entspannt, keine Ahnung, ob das nun richtig ist oder nicht, aber wir genießen es! Mit dieser Fähre

sind wir nach Frederikshavn geschippert, dort in der Nähe, in Saeby, sehr nett untergekommen und haben uns abends das Dörfchen angeschaut. Es hat, wie die ganze Gegend, eine solide dänische touristische Infrastruktur, auf dem großen Platz spielte eine Band, deren Mitglieder im Alter die gecoverten Songs noch deutlich übertrafen und ihre Musik fast bewegungsfrei darboten, ein Wippen in den Knien war schon ekstatisch. Aber sie hatten Spaß am Job und beim letzten Lied, C ´est la vie, tobte das Volk, gute Laune in skandinavischer Reinkultur!

Ansonsten ein reizender Ort, ähnlich wie die schwedischen Städte fast beängstigend hübsch, sauber und aufgeräumt.

Irgendwie haben die skandinavischen Innenarchitekt:innen einen Sinn für die dramatische Hängung von Spiegeln.

Südschweden, Malmö, Lund, Ystad

Die Orte sind sauber, hübsch, aufgeräumt und sehen so aus, als seien sie extra für Touristen in einem Puppenstubenlabor entwickelt worden, unglaublich. Dazu auch noch perfektes Wetter und Ostseestrand. Die Situation in Rheinland-Pfalz, NRW und inzwischen auch Bayern und Sachsen erscheint von hier aus wie ein Alptraum.

Beddingestrand